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„Buntes Warburg“ für Demokratie und Toleranz!

Bunte Regenschirme

Ein buntes Fest für Demokratie und Toleranz!

Friedlich und mit zahlreicher prominenter Unterstützung feierten am 6. und 7. Juli  rund 3000 Besucher das Kulturfest „Buntes Warburg“.  Das Fest fand rund um den Neustadtmarktplatz statt. Aufgekommen war der Wunsch nach einem interkulturellen Fest in der Bevölkerung als Reaktion auf den zeitgleich in der Warburger Stadthalle stattfindenden Landesparteitag der AfD. Und so entwickelten in nur drei Wochen unzählige Ehrenamtliche ein zweitägiges Fest mit hochkarätigem Programm, auf das alle Beteiligten stolz zurückblicken können.

120 Künstler boten 18 Stunden Programm

Auf den zwei Bühnen am Marktplatz boten über 120 Künstlerinnen und Künstler Musik, Kabarett und Tänze. Vertreten waren Künstler aus der Region und aus der Ferne. Darunter Musiker Stoppok aus Hamburg und Kabarettistin Gerburg Jahnke aus Oberhausen. Kabarettist Max Uthoff, bekannt aus „Die Anstalt“, war eigens aus Köln angereist. Und natürlich war Sarah Hakenberg dabei, die in Warburg ein Heimspiel hatte.

Bei aller Leichtigkeit war der politische Charakter dieser Veranstaltung zu erkennen. Auch eine gemeinsame Andacht von Katholiken, Protestanten und Muslimen zeigte den Charakter des Kulturfestes. So ergab sich eine Mischung, die immer wieder Denkanstöße lieferte. Ein „Buntes Warburg“ also – von Bürger*innen für Bürger*innen und für grundlegende Werte unserer Demokratie. Allen Künstlern galt ein herzliches Dankeschön, denn alle haben auf ihr Honorar und auch auf ihre Reisekosten verzichtet.

Buntes Warburg Marktplatz Neustadt

Der Auftritt der Warburger Künstlerin Sarah Hakenberg war ein Höhepunkt der Veranstaltung und der Neustadtmarkt sehr gut besucht.

Gemeinsam für ein offenes und tolerantes Warburg

Gestaltet wurde das Fest von über 200 Bürger*innen aus Vereinen, Religionsgemeinschaften, Initiativen, Schülern unterschiedlicher Schulen, Parteien und Privatpersonen. Die Herausforderung, dieses Fest in gut drei Wochen auf die Beine zu stellen, gelang ohne jegliche Pannen. Alle Helfer und Helferinnen waren mit Feuereifer und mit großem Engagement bei Diensten wie Spülen, Dekorieren, Ordnerdiensten oder als Bühnenhelfer dabei.

„Allen Akteuren gilt ein herzlicher Dank. In diesen Dank schließen wir auch die Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste mit ein. Sie waren unauffällig präsent und sorgten für das Gefühl von Sicherheit. Der Stadt Warburg gilt ein großer Dank für ihre Unterstützung“, betont Rainer Mues von der Bürgerinitiative. „Und auch für die Spendenbereitschaft, die eine große Hilfe war, ein herzliches Dankeschön!“

Warburger  und Bewohner aus dem Umland sind für Toleranz und Demokratie aufgestanden. Sie haben Flagge gezeigt, um Vorbehalte abzubauen, um aufeinander zuzugehen, um Grenzen zu überwinden. BI-Vorstand Rainer Mues freute sich über die gelungene Veranstaltung: „So können wir Demokratie und Toleranz feiern, die andernorts ausgehöhlt werden.“

BI für Erhalt der Zuckerfabrik Warburg

Demonstration-Hohenwepel

Die Zuckerfabrik in Warburg soll schließen. Das gab die Südzucker AG bekannt. Viele Menschen in der Region machte die Nachricht der geplanten Schließung fassungslos. Auch die Mitglieder der BI Bördeland und des Bundesverbandes der Regionalbewegung können die Entscheidung nicht nachvollziehen. In Hohenwepel demonstrierten spontan über 500 Teilnehmer mit 200 Treckern für den Erhalt der Zuckerfabrik.

Zuckerfabrik wichtiger Arbeitgeber in der Region

Mehrere Betroffene riefen in der gemeinsamen Geschäftsstelle der beiden Borgentreicher Vereine an. Es wurde gefragt, ob gegen die Schließung noch etwas unternommen werden kann. Darauf gibt es keine einfache Antwort. Einen endgültigen Beschluss will der Aufsichtsrat der Südzucker AG am 25. Februar treffen. Vorher will sich noch eine Delegation um Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln, Landrat Friedhelm Spieker und die heimischen Abgeordneten Christian Haase (MdB) und Matthias Goeken (MdL) in der Südzucker-Zentrale in Mannheim für den Erhalt der Zuckerfabrik Warburg stark machen.

Sollten die derzeitigen Pläne umgesetzt werden, wäre das für viele Beschäftigte und Landwirte ein schwerer Schlag. Rund 60 Mitarbeiter und 800 Rübenbauern wären betroffen. Ein wichtiger Arbeitgeber würde wegfallen. Die heimische Region und der ländliche Raum würden geschwächt.

Nachfrage nach Bio-Rüben boomt

Die Südzucker AG möchte das Kapazitätsvolumen um 700.000 Tonnen Zucker reduzieren. Die Warburger Zuckerfabrik ist im Südzuckerverbund ein kleineres Werk. Es spielt für das Mengengerüst nach Ansicht der BI keine Rolle und würde die Schließung nicht rechtfertigen. Eine Schließung widerspricht zudem dem Trend der Regionalität. Die Vermeidung langer Transporte und der Erhalt regionaler Wertschöpfungsketten müsse das Ziel sein.

In Warburg wurde neben konventionellen Rüben, als Nische, auch die Verarbeitung von Bio-Rüben etabliert. Lange Jahre ein Alleinstellungsmerkmal der Warburger Zuckerfabrik. Und die Nachfrage nach Bio-Zucker boomt. Dafür bieten die Warburger Börde und Soester Börde beste Anbaubedingungen. Die zentrale Lage und Verkehrsanbindung mitten in Deutschland ist sehr gut.

Entscheidung über die Zuckerfabrik zu früh

Die Zuckermarktordnung wurde 2017 nach knapp 50 Jahren aufgehoben. Das hatte zur Folge, das sich  der Zuckermarkt neu sortiert. Einzelne Länder innerhalb der EU subventionieren den Rübenanbau. Andere Länder machen das derzeit nicht. Zu ihnen zählt Deutschland.

Der Zuckermarkt wird zeitnah im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik innerhalb der EU neu verhandelt. Für die BI ist nicht nachvollziehbar, warum die Südzucker AG diese anstehenden Entwicklungen nicht mit in ihre unternehmerischen Entscheidungen einfließen lassen. Eine für den 25. Februar angesetzte Entscheidung über die Warburger Zuckerfabrik kommt aus Sicht der BI daher deutlich zu früh.

hohenwepel-demonstration

Verschiedene Redner, darunter Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln und BI-Vorstand Josef Jacobi, sprachen sich für den Erhalt der Zuckerfabrik aus.

Gemeinsam mit den anderen Akteuren beteiligte sich die Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal und der Bundesverband der Regionalbewegung an der Kundgebung.

Mehr Traktoren als bei Demo in Berlin

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Nur vier Tage nach Bekanntgabe der Schließungspläne sorgte der Treckerkorso mit 200 Treckern in Hohenwepel für ein beeindruckendes Bild. Zum Vergleich: Bei der großen „Wir haben es satt“-Demo in Berlin waren 171 Trecker dabei.

Rund 200 Traktoren fuhren in der vergangenen Woche mit blinkenden Signalleuchten durch Hohenwepel. Aus allen Himmelsrichtungen rollten die Traktoren heran. Der Treckerkorso erinnerte an ein Panzermanöver, wie es sie bis Ende der 1980er-Jahre häufig in der Börde gab.

Gemeindehalle war für Ansturm zu klein

gemeindehalle-hohenwepel

Die Gemeindehalle in Hohenwepel war bei der Winterversammlung der Südzucker AG überfüllt. Eine größere Anzahl an Demonstranten fand keinen Platz mehr und musste die Versammlung vor der Halle verfolgen.

Hunderte Landwirte und Mitarbeiter demonstrierten für den Erhalt der Zuckerfabrik in Warburg. Dr. Thomas Kirchberg erklärte die Schließungspläne der Südzucker AG. Das WDR-Landesstudio Bielefeld berichtete live von der Veranstaltung.

Mit Zuckerkuchen für die Zuckerfabrik

zuckerkuchen-baecker-henke

Mit Zuckerkuchen gegen die Schließung der Zuckerfabrik.

Vor der Gemeindehalle wurde der Protest auch von der Bäckerei Henke aus Hohenwepel unterstützt. Sie versorgte die Protestierenden mit frischem Zuckerkuchen vom Blech.

zuckerfabrik-plakat

Zuckerfabrik Warburg – Wir kämpfen für ein Stück Heimat.

Die Warburger Zuckerfabrik gehört zur Region wie der markante Desenberg. Schon seit dem Jahr 1882 produziert die Fabrik. Damit ist sie das älteste Industrieunternehmen der Stadt.