Kategorie: Aktivitäten

Pflanzenflohmarkt am Musikhaus

Bürgerinitiative freut sich am 22. April auf Pflanzenfreunde und Hobbygärtner

Borgentreich. Der beliebte Pflanzenflohmarkt in Borgentreich wird auch in diesem Jahr wieder veranstaltet. Dazu laden die Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal und die Landschaftsstation im Kreis Höxter alle Pflanzenfreunde am 22. April 2023 von 9-13 Uhr in die Orgelstadt ein.

Veranstaltungsort Pflanzenflohmarkt 2023 am Borgentreicher Ostahegn.
Das Musikhaus am Borgentreicher Osthagen. Hier findet in diesem Jahr der Pflanzenflohmarkt 2023 statt. (© BI Lebenswertes Bördeland & Diemeltal)

In diesem Jahr gibt es allerdings eine Änderung: Der Pflanzenflohmarkt findet nicht wie gewohnt am Steinernen Haus statt, sondern am nicht weit entfernten Musikhaus am Borgentreicher Osthagen. Grund für den Umzug sind Bauarbeiten am Steinernen Haus, das derzeit eingerüstet ist und einen neuen Aussenputz erhält.

Pflanzenflohmarkt beliebtes Ziel für Hobbygärtner

Kakteen und Käfer beim Borgentreicher Pflanzenflohmarkt. (© BI Lebenswertes Bördeland & Diemeltal)

Der Borgentreicher Pflanzenflohmarkt ist schon seit vielen Jahren ein beliebtes Ziel für Pflanzenliebhaber und Hobbygärtner aus der Region und darüber hinaus. Es ist ein Ort, an dem man sich mit anderen Gleichgesinnten austauschen und neue Pflanzen und Ideen für den eigenen Garten entdecken kann.

Neben Pflanzen, Samen und Gartenkunst werden jedes Jahr auch viele Gartentipps weiter gegeben. Hierzu sind ausschließlich private Pflanzenliebhaber, Hobbygärtner und -künstler aufgerufen, sich mit einem kostenfreien Stand zu beteiligen.

Austauschplattform für das grüne Hobby

Viel Wissenswertes zum Thema Gärtnern können Besucher beim Pflanzenflohmarkt entdecken. (© BI Lebenswertes Bördeland & Diemeltal)

Viele Aussteller sind bereits seit vielen Jahren auf dem Borgentreicher Pflanzenflohmarkt vertreten und tragen nicht zuletzt mit ihrem umfangreichen Wissen zur Attraktivität des Marktes bei, der sich immer auch als Austauschplattform über das gemeinsame grüne Hobby versteht.

Auch neue Gesichter sind natürlich immer gern gesehen. Wie in den vergangenen Jahren zählen Hobbykünstler, die mit ihren vielfältigen Holz-, Stein- oder Metallkunstwerken Gärten verschönern, zu den weiteren Attraktionen des Marktes und können sich gerne ebenfalls um die kostenfreien Standplätze bewerben.

Team des Steinernen Hauses sorgt für Verpflegung

Für die Verpflegung der Besucher sorgt wie gewohnt das Team des Steinernen Hauses, das auch gerne für Fragen rund um die Aktivitäten der Landschaftsstation und der Bürgerinitiative zur Verfügung steht.

Wer Lust hat sich mit einem Stand zu beteiligen, kann sich ab sofort bei der BI-Geschäftsstelle per E-Mail: info@bi-boerdeland.de oder Tel.: 05643 949271 um einen der begrenzten Standplätze bewerben.

„Energiesparen das Gebot der Stunde“

Rösebeck/Warburger Land. Das Thema Energiekrise und die Folgen für die Verbraucher stand auf der Jahreshauptversammlung der BI „Lebenswertes Bördeland und Diemeltal“ im Fokus. Geschäftsführer Stefan Wagner-Schlee von den BeSte Stadtwerken erläuterte in den „Rosbacher Stuben“ die aktuelle Energiekrise, seine Folgen und empfahl das Energiesparen.

Die Versorgung mit Gas und Strom sieht Stefan Wagner-Schlee nach jetzigem Stand als gesichert an. Er machte aber deutlich, dass die gesamte Energiewirtschaft vor großen Herausforderungen steht.

Jahreshauptversammlung der BI in den "Rosbacher Stuben" in Rösebeck.
Geschäftsführer Stefan Wagner-Schlee (rechts) sprach bei der Mitgliederversammlung der BI „Lebenswertes Bördeland & Diemeltal“ über die aktuelle Energiekrise und seine Folgen. Huberta Schreier (v.l.), Rainer Mues und Josef Jacobi vom BI-Vorstand hörten aufmerksam zu.

Bereits vor dem Krieg in der Ukraine seien die Preise für Gas deutlich angezogen und hätten sich dann noch einmal erheblich verteuert. Die steigenden Preise werden an die Kunden weitergereicht, aber zumindest der Gaspreisdeckel verspricht Entlastung: „Die Mehrwertsteuer wird von 19% auf 7% gesenkt, wodurch dem Endkunden geholfen wird.“

Strompreise steigenEnergiesparen

Auch beim Strom müssen sich die Verbraucher auf höhere Preise einstellen. Zum neuen Jahr werden die Strompreise für die Kunden der BeSte Stadtwerke deutlich angehoben. Diese Erhöhung lasse sich aufgrund der steigenden Einkaufspreise nicht vermeiden, sagte Wagner-Schlee. Energiesparen sei daher das Gebot der Stunde.

Für die erneuerbaren Energien habe er große Sympathien und es werde auch über neue Angebote nachgedacht. Eine Herausforderung ist auch die Klimakrise. Die Städte möchten bis 2030 CO2-neutral werden. Hier werden von den Stadtwerken Lösungen gewünscht, an deren Umsetzung die BeSte Stadtwerke arbeiten.

Feierabendmärkte in Warburg auch im kommenden Jahr

Ein Schwerpunkt der BI-Aktivitäten waren im vergangenen Jahr die Feierabendmärkte. Jana Berger berichtete, dass die Märkte in Warburg insgesamt gut ankommen. „Besonders der Altstädter Feierabendmarkt ist ein Selbstläufer. Von anfänglich elf Ausstellern ist er mittlerweile auf über 20 Aussteller angewachsen.“ Auch im kommenden Jahr wird es daher in Warburg drei Feierabendmärkte geben. Zwei in der Altstadt, einer in der Neustadt.

Jana Berger sprach bei der Jahreshauptversammlung zu den Mitgliedern.
Drei Feierabendmärkte fanden im Jahr 2022 in Warburg statt. Besonders die Märkte in der Altstadt sind sehr beliebt. Das berichtete Jana Berger.

Projektwoche im September 2023 geplant

Der Feierabendmarkt in der Neustadt wird im Rahmen einer Projektwoche im September organisiert. Der Feierabendmarkt findet am Freitagabend statt, am darauffolgenden Samstagmorgen wird es eine Frühstücksmeile in der Hauptstraße geben. Während der Aktionswoche ist zudem eine „Tour Regional“ durch die Warburger Gastronomie und ein World Café geplant. Themen der Veranstaltung: Klimaveränderung, Landwirtschaft und Ernährung.

„Kulturland isst“ – Feierabendmärkte im Kreis werden fortgesetzt

Von 2020 bis 2022 organisierte die BI das LEADER-Projekt „Kulturland isst“. In den zwei Jahren wurden insgesamt sieben Feierabendmärkte in Warburg, Beverungen und Brakel organisiert. „Ziel war es, die Warburger Feierabendmärkte auf den Kreis Höxter auszudehnen, was auch gelungen ist“, erläuterte Projektleiter Günter Schumacher. Sowohl in Brakel und Beverungen wird es auch im kommenden Jahr Feierabendmärkte geben. Sehr gut kommen auch die Feierabendmärkte in Ottbergen an. Hier werden sie von der Kulturgemeinschaft Ottbergen veranstaltet.

Petition der BI ans Bundesumweltministerium (BUMV)

Rainer Mues vom Arbeitskreis Würgassen berichtete von den zahlreichen Aktionen der BI zum Atommüll-Zwischenlager Würgassen. Der BI gelang es die berechtigten Bedenken auf die Bundes- und Landesebene zu tragen. „Eine fundierte 40-seitige Petition der BI wurde beim Bundesministerium für Umwelt eingereicht“, sagte Rainer Mues. Jetzt gelte es abzuwarten, wie die Politik darauf reagiere. Es sei aber zuversichtlich, dass die angeführten Argumente die politischen Entscheider zum Überdenken der Standortfrage führen. Zentral sei aber: „Bisher konnte uns niemand sagen, ob ein Zwischenlager überhaupt notwendig ist.“

Pflanzenflohmarkt und Bio-Brotbox

Nach zwei Jahren Coronapause fand in diesem Jahr wieder ein Pflanzenflohmarkt am Steinernen Haus in Borgentreich statt. Georg Sandten: „Der Pflanzenflohmarkt war wieder gut besucht und soll auch im nächsten Jahr durchgeführt werden.“ Auch die beliebte Bio-Brotbox-Aktion soll im kommenden Jahr nach Coronapause wieder stattfinden.

Über den geplanten Umzug der BI nach Dalheim berichtete Vorstand Josef Jacobi. Die Räumlichkeiten in der alten Schule sind mittlerweile fertiggestellt, ein Internetanschluss aber noch nicht. Das sei notwendig, bevor der Umzug nach Dalheim vollzogen werden kann, unterstrich Josef Jacobi.

Einladung zur Mitgliederversammlung am 30. November 2022

Liebe Mitglieder,

das Jahr neigt sich langsam dem Ende entgegen. Wir laden daher alle Mitglieder zur diesjährigen Mitgliederversammlung ein.

Einladung zur Mitgliederversammlung
Die Bürgerinitiative „Lebenswertes Bördeland & Diemeltal“ lädt zur Jahreshauptversammlung 2022 in die „Rosbacher Stuben“ nach Rösebeck ein.

Mitgliederversammlung in Rösebeck

Auch in diesem Jahr konnten wir erneut einige Veranstaltungen durchführen. So fand der beliebte Pflanzenflohmarkt rund ums Steinerne Haus in Borgentreich nach zweijähriger Pause wieder statt. Der „Arbeitskreis Würgassen“ organisierte einige Protestaktionen rund um das „Atommüll-Zwischenlager Würgassen“, unter anderem eine Podiumsdiskussion in der Stadthalle Beverungen.

Abgeschlossen wurde in diesem Jahr das LEADER-Projekt „Kulturland isst“ bei dem in den vergangenen zwei Jahren Feierabendmärkte in Warburg, Beverungen und Brakel durchgeführt wurden. Die Feierabendmärkte wurden bei einem Wettbewerb der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) als eines von 24 vorbildlichen Klimaschutzprojekten in Deutschland ausgewählt. Eine Broschüre zur Einrichtung von Feierabendmärkten kann online per Download herunter geladen werden.

Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative in Rösebeck
Die Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal lädt alle Mitglieder zur Mitgliederversammlung 2022 nach Rösebeck ein.

Gastvortrag zur „Energiekrise“

Da das Thema Energiekosten viele Mitglieder bewegt, wird es bei der Mitgliederversammlung einen Gastvortrag „Energiekrise“ – Was können wir Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt tun? geben. Referent ist Geschäftsführer Stefan Wagner-Schlee von den BeSte Stadtwerken.

Einen Rückblick über unsere Aktivitäten in 2022 sowie viele weitere Themen werden wir auf der Mitgliederversammlung besprechen. In diesem Jahr findet sie am Mittwoch, 30.11.2022  um 19:00 Uhr im Landgasthof „Rosbacher Stuben“ in Rösebeck statt.

Nähere Infos können Sie der Einladung im Anhang entnehmen. Wir freuen uns über Ihr Erscheinen.

Atommüll-Lager stoppen!

Atommülllager stoppen
Der „Arbeitskreis Würgassen“ organisierte eine Aktion an der Weser und eine Podiumsdiskussion zur Landtagswahl NRW. Die Bürgerinitiatve Lebenswertes Bördeland & Diemeltal lehnt ein geplantes „Bereitstellungslager Würgassen“ an der Weser ab.

BI fordert Bundesumweltministerium und Landesregierungen zur Stellungnahme und Abbruch der „Planung Würgassen“ auf

Der Arbeitskreis Würgassen der Bürgerinitiativ Lebenswertes Bördeland & Diemeltal auf der Burg Herstelle.
Fordern den Planungsstopp in Würgassen und eine Stellungnahme (v.l.): Prof. Dr. Dr. Martin Hörning, Hubertus Hartmann, Heinrich Wenisch, Edith Götz, Karl-Otto Scholz, Rainer Mues und Josef Jacobi.

Abbruch der Planung und Stellung beziehen

Die BI Bördeland und Diemeltal begrüßt das generelle Ergebnis des Transport- und Bilanzierungsgutachtens der Länder NRW und Niedersachsen. Danach ist der regelhafte Betrieb von Schacht Konrad grundsätzlich nicht von einem zentralen Bereitstellungslager abhängig (wie bislang von der BGZ behauptet).

Wir fordern nun das Bundesumweltministerium (BMUV) auf, die Planung für das Lager Würgassen einzustellen. Das BMUV sowie die Landesregierungen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen müssen konkret Stellung beziehen. Mit dem Gutachten ist das eigentliche Planungsziel, die Errichtung eines sogenannten Logistikzentrums, de facto hinfällig.

Unbewiesene Vermutungen und Behauptungen der BGZ

So erfreulich das Gesamtergebnis auch ist, so befremdlich ist auch in diesem Gutachten der Umgang mit Daten. Hier wird eindeutig Informations-Washing betrieben: Unbewiesene Vermutungen und Behauptungen werden von der BGZ als Daten für die Erstellung des Gutachtens geliefert. Diese werden dann in Kombination mit sogenannten Erfahrungswerten verarbeitet. Um dann – quasi gutachterlich geadelt – von der BGZ wiederum für eigene Begründungszusammenhänge verwendet zu werden.

Vermischung für BI so nicht akzeptabel

Dazu passt auch, dass der Projektleiter in der BGZ zuvor selbst in leitender Position bei der begutachtenden TÜV Nord EnSys GmbH & Co. KG tätig war. Hier setzt sich erneut die unselige Vermischung der Funktion von Auftraggeber und Auftragnehmer fort, die bereits in dem gesamten Standortauswahlverfahren zu bemängeln ist. „Das alles halten wir so für nicht akzeptabel,“ stellt die BI fest.

Heimliches Ziel ein Zwischenlager

Letztlich wird im Gutachten auch deutlich, dass offensichtlich das heimliche Ziel war und ist, in Würgassen nicht nur eine Logistikdrehscheibe sondern in Wirklichkeit ein Zwischenlager einzurichten. Denn immer öfter wird jetzt das Wort Logistikzentrum durch den Begriff „Zwischenlager“ ersetzt. Für ein „Zwischenlager“ allerdings gelten die deutlich höheren Anforderungen der TA Abfall an das Genehmigungsverfahren. Anforderungen, die Würgassen erst recht nicht erfüllen kann.

„Sofortiger Stopp aller Planungen rund um das ZBL Würgassen“

Petition der Bürgerinitiative (BI) Lebenswertes Bördeland und Diemeltal e.V.

In den letzten Monaten hat der Arbeitskreis Würgassen der BI „Lebenswertes Bördeland und Diemeltal“ eine Petition gegen das geplante ZBL (Zentrales Bereitstellungslager) in Würgassen an den Bundestag erarbeitet. Darüber informierte die BI im Rahmen eines Pressegesprächs auf der Burg Herstelle mit Sicht auf Würgassen.

Der BI-Arbeitskreis Würgassen und Oliver Ullroth auf der Burg Herstelle mit Blick auf das abgeschaltete AKW
Bürgerinitiative mit Landtagsabgeordneten (v.l.): Hubertus Hartmann, Prof. Dr. Dr. Martin Hörning, Edith Götz, Heinrich Wenisch und Oliver Ulloth (MdL).

BI erachtet Petition an Bundestag für notwendig

Im Vorfeld hatte es bereits einen Austausch mit der Politik gegeben. „Unabhängig vom kürzlichen Besuch der Staatssekretäre aus dem Umweltministerium, die bei ihrem Termin vor Ort zwar eine Prüfung des gesamten Vorgangs angekündigt haben, erachtet die BI diesen Weg einer Petition an den Ausschuss des Bundestages dennoch für notwendig“, so Prof. Dr. Dr. Martin Hörning.

„Wir hatten Gelegenheit den Staatssekretären einen kurzen Einblick in die Widersprüche und Unzulänglichkeiten des Verfahrens zu geben. Dabei haben wir bereits darauf hingewiesen, dass für eine ausreichende Darstellung ein solch kurzer Austausch bei weitem nicht ausreichend ist. Alle Themenbereiche und Versäumnisse dieses vollkommen unzulänglichen Verfahrens lassen sich so nicht umfassend darstellen. Wir benötigen dazu einfach einen anderen Rahmen,“ sagte Edith Götz von der BI Bördeland zu der Motivation einer Petition.

Würgassen einer der infrastrukturell am schlechtesten angebundenen Standorte

Würgassen ist infrastrukturell einer der am schlechtesten angebundenen Standorte. Es ist unlogisch hier ein Bundeszwischenlager für den gesamten Atommüll Deutschlands mit komplexem Logistikbetrieb zu errichten. Gegen die Pläne der BGZ existiert bereits eine an den Bundestag gerichtete Online-Petition mit rund 12.000 Unterschriften.

Dazu erklärt Hubertus Hartmann: „Die alte Petition hat grundsätzlich die richtige Zielrichtung. Sie wurde aber bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt kurz nach Bekanntwerden der Pläne initiiert. Inzwischen wurden viele darüber hinausgehende Erkenntnisse zusammengetragen, die eine inhaltliche Aktualisierung erforderlich machen. Sowohl im Hinblick der Tiefe als auch der Zielrichtung geht unsere Petition weit darüber hinaus. Die Petition ist daher weniger als Fortschreibung, sondern als deutlich weitergehendes Anliegen zu verstehen.“ Die Mitglieder des Arbeitskreises sind Ansprechpartner. Sie haben sich umfassend und intensiv mit allen Detailfragen befasst.

Personelle und inakzeptable institutionelle Verflechtungen

„Dabei werden in jedem einzelnen Themenbereich die jeweiligen Widersprüche und Fehler der bisherigen Planung nachgewiesen und ausführlich erläutert“, erklärt Heinrich Wenisch. „Angefangen von der politisch motivierten Standortsuche, dem „Wegschieben“ aus der Region Salzgitter gegen alle Sachgründe, werden auch die personellen und inakzeptablen institutionellen Verflechtungen, die sich durch das gesamte Verfahren hindurchziehen, beleuchtet.“

Die Missachtung der zwingenden und eindeutigen Vorgaben der Entsorgungskommission zur Standortwahl, das willkürliche und unwissenschaftliche Vorgehen im Scoringverfahren, die widersprüchliche Logistikplanung unter Negierung vorliegender Fakten aus bestehenden Gutachten, das „alternativlose“ Vorgehen, das keinerlei Resilienz aufweist und für ein Vorhaben derartigen Ausmaßes vollkommen inakzeptabel ist, die zum Teil mangelhaften und interessengesteuerten Gutachten bis hin zu dem gutachterlich bescheinigten „rechtswidrigen“ Planungsprozesses, der jeglichen Planungsstandards widerspricht sind weitere Aspekte der Petition.

Ziel ist ein Neustart dieses Verfahrens

„Diesen eindeutigen Argumenten und Beweisen, dass das Verfahren nicht dem entspricht, was Bürger eines Rechtsstaates erwarten können, kann sich der Petitionsausschuss nicht verschließen,“ hofft die Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland. „Unser Ziel ist ein Neustart dieses Verfahrens, das aufgrund mangelhafter Grundlagenermittlung, mangelhafter Abwägung, Gewichtung und Ausgleich der Belange nicht den Anforderungen an eine rechtsstaatliche Planung genügt.“

Unterstützt werden die Petenten vom Vorsitzenden des Petitionsausschusses des Hessischen Landtags, Oliver Ulloth, dessen Wahlkreis auf hessischer Seite unmittelbar an Würgassen angrenzt. Der Landtagsabgeordnete teilt die vorgetragenen Argumente der BI und kritisiert die getroffene Standortauswahl der BGZ bezüglich Würgassen als offenkundig intransparent.

Vorsitzender des Petitionsausschusses unterstützt Petition

Im Hinblick auf das Petitionsverfahren erklärt Ulloth: „Die Eingabe einer Petition an den Bundestag ist ein Jedermannsrecht von Verfassungsrang, welches gerade auch in komplexen Sachverhalten wie diesem dazu geeignet ist, eine erneute Überprüfung von behördlichen Entscheidungen anzustoßen. Die Volksvertretung bekommt Dank der BI nunmehr die Gelegenheit, sich intensiv mit den fundiert und in der notwendigen Tiefe vorgetragenen Argumenten zur fehlerhaften Standortauswahl zu befassen.“ Sollte der Petitionsausschuss sich nun dem Thema Würgassen inhaltlich stellen, könne nochmal deutlich mehr Bewegung in die Standortfrage kommen. 

Ulloth will die BI in ihrem Petitionsverfahren weiter begleiten. Er möchte seinerseits dazu beitragen, dass die bestehenden Möglichkeiten eines solchen Verfahrens ausgeschöpft werden.

Schwarz-Grün muss Farbe bekennen

NRW-Landtagswahl Beverungen Podiumsdiskussion Würgassen

Der Arbeitskreis Würgassen der Bürgerinitiative „Lebenswertes Bördeland und Diemeltal“ fordert sowohl die nordrhein-westfälischen Grünen, als auch die CDU auf, sich in ihren Koalitionsgesprächen (Schwarz-Grün) eindeutig zum geplanten Atommülllager Würgassen zu äußern.

Vertreter von CDU und Grünen lehnen Vorhaben ab

Auf der von unserer Bürgerinitiative durchgeführten Podiumsdiskussion in Beverungen (4. Mai 2022) äußerten sich die beiden Vertreter der möglichen Koalitionsparteien unmissverständlich ablehnend gegenüber diesem Vorhaben. Herr Matthias Goeken (MdL) als auch Frau Uta Lücking (Wahlkreiskandidatin der Grünen) kritisierten sowohl das Auswahlverfahren, als auch die Vorgehensweise der BGZ.

Schwarz-Grün muss Sorgen der Bürger ernst nehmen

Die Aussagen in diesem Koalitionsvertrag müssen die berechtigten Sorgen der Bürger unseres Dreiländerecks widerspiegeln. Ein „weiter so“ darf es nicht geben. Eine zukünftige Landesregierung muss einen absoluten „Neustart“ des Auswahlverfahrens bei der Bundesumweltministerin Frau Steffi Lemke erwirken.

Ein „weiter so“ darf es nicht geben

Dieses Schreiben leiten wir an Frau Lücking und Herrn Goeken zur Weiterleitung an deren NRW-Verhandlungsführer (Frau Mona Neubauer, Herr Hendrik Wüst) weiter.

Hubertus Hartmann

Arbeitskreis Würgassen

Bürgerinitiative „Lebenswertes Bördeland und Diemeltal“

Atommüll-Zwischenlager Würgassen wird von Politikern abgelehnt

Ablehnung gegen Atommülllager Würgassen

Beverungen/Kreis Höxter. Bei der Podiumsdiskussion am Mittwoch in der Beverungener Stadthalle herrschte Einigkeit: Alle Parteifarben, ob Schwarz, Rot, Grün oder Gelb haben das Ziel, das Atommülllager in Würgassen zu verhindern.

55 Teilnehmer folgten der Einladung der BI Lebenswertes Bördeland und Diemeltal, um ihre Bedenken und Sorgen direkt mit den Kandidaten der NRW-Landtagswahl zu diskutieren. Hubertus Hartmann moderierte die Podiumsdiskussion von. Große Kontroversen blieben bei der Fragerunde an die Kandidaten aber aus: Die Einschätzung einer mangelhaften Standortauswahl ist parteiübergreifend Konsens.

Ergebnis eines politisch motivierten Auswahlverfahrens

BI-Mitglied Edith Götz gab einen kurzen Rückblick über Entscheidungen, die der Projektplanung vorausgegangen waren. Der Standort Würgassen sei als Ergebnis eines politisch motivierten Auswahlverfahrens u.a. durch die Übereinkunft, niedersächsische Standorte nicht weiter durch Atommüll zu belasten, zustande gekommen. Sie erinnerte an die Rolle des niedersächsischen Umweltministeriums beim Bestreben, im Vorfeld ein Bereitstellungslager für Schacht Konrad von der Region Salzgitter und dem Bundesland Niedersachsen „wegzuschieben“. Dass man insbesondere dem niedersächsischen Südkreis Holzminden und der angrenzenden Region, die schon durch das AKW eine große Last getragen habe, nun die Atommüllfässer „über den Zaun werfe“, sei nicht hinnehmbar.

Edith Götz berichtete über aktuelle Entwicklungen. Hubertus Hartmann moderierte die Diskussion. © BI Lebenswertes Bördeland & Diemeltal

Nicht nachvollziehbares Scoring und intransparente Kriterien

Als nicht nachvollziehbar bewertet sie das Scoringverfahren. Dieses hat mit fehlerhaften und intransparenten Kriterien, ohne wissenschaftlichen Review und öffentlichen Diskurs zur Auswahl von Würgassen geführt. Notwendige Kriterien der Entsorgungskommission würden vom Standort Würgassen nicht erfüllt. Andere Kriterien wurden dagegen geändert oder nicht nachvollziehbar gewichtet, um Würgassen dennoch als vermeintlich „besten“ Standort auswählen zu können. Für ein Projekt von derartiger Tragweite habe die Planung nicht genügend Resilienz, wenn bereits kleinste Korrekturen zu vollkommen anderen Ergebnissen führten.

Engagierte Bundestagsmitglieder im Weserbergland

Nora Wieners, Kandidatin der SPD, machte deutlich, dass sie persönlich das Zwischenlager in Würgassen ablehne, und dabei starke Unterstützung in ihrer Partei sehe. „Wir haben engagierte Bundestagsmitglieder im Weserbergland.“ Bedenken wurden von der Bürgerinitative angesichts personeller Verbindungen der BGZ zum Gutachter TÜV Nord und potentieller Interessenkonflikte des niedersächsischen Umweltministeriums als Auftraggeber der Transportstudie geäußert.

Das Logistikgutachten der Länder NRW und Niedersachsen

Das Logistikgutachten wurde von den Ländern NRW und Niedersachsen in Auftrag gegeben. Es soll grundsätzlich klären, ob eine Abwicklung auch ohne Bereitstellungslager denkbar sei. Ein Szenario, das in den Betrachtungen der BGZ bislang ausgeklammert war. Das Ergebnis sehe man laut Ministerien allerdings nicht in Beton gemeißelt, sondern als Diskussionsgrundlage. Die Standortfrage muss gänzlich neu bewertet werden.

Stadthalle Beverungen
Auf dem Foto (v.l.): Rainer Mues, Josef Jacobi, Matthias Goeken (CDU), Nora Wieners (SPD), Uta Lücking (Grüne), Jan Gerrit Möltgen (FDP), Hubertus Hartmann, Edith Götz, Heinrich Wenisch und Karl-Otto Scholz. © BI Lebenswertes Bördeland & Diemeltal

Große Diskussionen wegen der Taktverdichtung

Matthias Goeken sitzt für die CDU im NRW-Landtag in den Ausschüssen für Wirtschaft, Energie und Verkehr. Auch er bekräftigte seine grundsätzlich ablehnende Haltung dem Bereitstellungslager. Er sehe erhebliche Probleme bei der Verkehrsinfrastruktur. „Die Bahnstrecken sollen geeignet sein, aber es gibt schon große Diskussionen wegen der Taktverdichtung.“ Er hält den Standort an der Weser für grundsätzlich ungeeignet. „Aus unternehmerischer Sicht würde niemand am Standort Würgassen ein Logistiklager bauen.“ Zudem sieht er Probleme mit den Baukosten: „Das ist ein Milliardenprojekt.“

Staatssekretäre des Umweltministeriums besuchen Würgassen

Würgassen steht sogar im Landeswahlprogramm der Grünen, machte Uta Lücking klar. Das Thema sei der Partei wichtig. „Wir werden das Standortverfahren kritisch begleiten. Der Schutz der Bevölkerung muss höchste Priorität haben.“  Dazu will die Politikerin der Grünen auch ihre politischen Kontakte in der Partei nutzen, um im Umweltministerium auf die Probleme hinzuweisen. Zwei Staatssekretäre des Bundesumweltministeriums haben ihren Besuch für den 24. Mai am Standort Würgassen angekündigt

Auch aus Sicht von Jan Gerrit Möltgen (FDP) muss die Standortfrage vollkommen neu bewertet werden. „Seit Beginn des Verfahrens wurden von der BGZ schon viele Fehler gemacht“, unterstrich der Borgholzer. Er vertrat den FDP-Landtagskandidaten Friedrich-Wilhelm Hörr auf dem Podium.

Sicherheitsfragen in Zeiten eines Krieges

Die Sicherheitsfrage muss in Zeiten eines Krieges in Europa neu diskutiert werden. Darauf wies Josef Jacobi hin: „Ein zentrales Atommülllager vor Ort – wenn da eine Rakete reingeschossen wird, dann haben wir eine Atombombe“, befürchtet das BI-Vorstandmitglied. Auch die zu erwartenden hohen Transportkosten seien nicht tragbar. Da seien neue, intelligentere Lösungen der Logistik gefragt.

Landtagswahlkampf NRW
Die ablehnende Haltung gegenüber dem Atommülllager Würgassen ist parteiübergreifend. © BI Lebenswertes Bördeland & Diemeltal

Jahrtausendfluten werden zu Jahrzehntfluten“.

Auch die Hochwassergefahr sorgt weiterhin für Bedenken. Nicht zuletzt wegen des immer deutlich sichtbarer werdenden Klimawandels. So werde prognostiziert, dass bis zum Ende des Jahrhunderts durch den Anstieg des Meeres selbst einige Inseln verschwinden werden. „Jahrtausendfluten werden zu Jahrzehntfluten“. Aus dem Publikum kam der Hinweis, dass der Standort „auch mit den bestehenden Hochwasserkarten schon obsolet ist“.

BGZ hat all ihre Glaubwürdigkeit verspielt

Aus dem Zuschauerraum wurde auch auf fehlende Transparenz im Verfahren hingewiesen. Hier habe die BGZ all ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Es bestehe auch die Gefahr, dass ohne Baugenehmigung, die dem Regionalplan widerspreche,gebaut wird und nachträglich die Gesetze passend geändert würden. Wenn politische Entscheidungen so getroffen würden, sei die Demokratie in Gefahr.

Auch das Baurecht spricht gegen Würgassen

Beverungens Bürgermeister Hubertus Grimm griff die Bedenken auf. Er verwies darauf, dass bei der Abwägung der Standorte gravierende Fehler begangen wurden. Die baurechtliche Situation: „Derzeit liegt kein Baurecht vor und die BGZ würde eine Ablehnung vom Kreis Höxter bekommen. Die BGZ ist gar nicht im Verfahren.“ Das ließe sich nur ändern, wenn Gesetze geändert würden oder die Bundesrepublik Deutschland gegen den Kreis Höxter als Planungsbehörde klage. „Und das wäre ein Skandal.“

Borgentreicher Pflanzenflohmarkt lädt am 23. April zum Steinernen Haus

Blumen für den Garten

Borgentreich. Endlich wieder Pflanzenflohmarkt! In den vergangenen zwei Jahren ist der beliebte Borgenteicher Pflanzenflohmarkt aufgrund der Pandemie ausgefallen. In diesem Jahr findet er wieder statt.

Die Tage werden länger, die ersten Blumen sprießen und der Frühling hält Einzug. Das ist die ideale Zeit, um den eigenen Garten oder den Balkon zu pflegen und aus dem Winterschlaf zu holen. Und es ist die ideale Zeit, um sich mit anderen Pflanzenfreunden und Hobbygärtnern am historischen Steinernen Hauses zu treffen und auf dem Pflanzenflohmarkt zu stöbern.

Umfangreiches Wissen und Gartentipps

Am Steinernen Haus, zur Specke 4, in Borgentreich findet am 23. April von 9.00 – 13.00 Uhr wieder der beliebte Pflanzenflohmarkt statt, den die Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal zusammen mit der Landschaftsstation im Kreis Höxter zum 20. Mal ausrichtet. Neben Pflanzen, Samen und Gartenkunst werden jedes Jahr auch viele Gartentipps weitergegeben. Hierzu sind ausschließlich private Pflanzenliebhaber, Hobbygärtner und -künstler aufgerufen, sich mit einem kostenfreien Stand zu beteiligen.

Gartenkunst gab es im Garten am Steinernen Haus zu bewundern.

Viele Aussteller sind bereits seit vielen Jahren auf dem Borgentreicher Pflanzenflohmarkt vertreten. Sie tragen nicht zuletzt mit ihrem umfangreichen Wissen zur Attraktivität des Marktes bei, der sich immer auch als Austauschplattform über das gemeinsame grüne Hobby versteht.

Pflanzenliebhaber, Hobbygärtner und Hobbykünstler

Auch neue Gesichter sind natürlich immer gerne gesehen. Wie in den vergangenen Jahren zählen Hobbykünstler, die mit ihren vielfältigen Holz-, Stein- oder Metallkunstwerken Gärten verschönern, zu den weiteren Attraktionen des Marktes und können sich gerne ebenfalls um die kostenfreien Standplätze bewerben.

Da entlang: Zum Pflanzenflohmarkt der Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal.

Kaffee und Kuchen vom Team des Steinernen Hauses

Für die Verpflegung der Besucher sorgt wie gewohnt das Team des Steinernen Hauses, das auch gerne für Fragen rund um die Aktivitäten der Landschaftsstation und der Bürgerinitiative zur Verfügung steht.

Wer Lust hat sich mit einem eigenen Stand zu beteiligen, kann sich ab sofort bei BI-Mitglied Georg Sandten per E-Mail: sandtenwarburg@web.de um einen der begrenzten Standplätze bewerben.

Hochwasser bedroht geplantes Atommülllager Würgassen

Würgassen/Beverungen. Mit einer Protestaktion hat die Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland & Diemeltal auf die Gefahr von Hochwasser für das geplante Atommüllzwischenlager Würgassen hingewiesen. 40 beleuchte gelbe „Atommüllfässer“ wurden dazu am Bootshaus Beverungen in die Weser gelassen. Auf der Pressekonferenz erläuterten Mitglieder der BI ihre Bedenken am intransparenten Standortauswahlverfahren. Gutachter halten es für rechtswidrig.

Zentrales Atommüllzwischenlager für ganz Deutschland

Das Wasser spritzt und wieder landet ein mit Stein und Lichterkette gefülltes „Atommüllfass“ in der Weser. An langen Schnüren treiben 40 Behälter im Wasser. Heinrich Wenisch von der Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland & Diemeltal hatte die Idee zu dieser Aktion. Sie soll die Gefahr einer Hochwasserflut im Dreiländereck verdeutlichen. Und die Gefahr, die durch ein geplantes Atommüllzwischenlager entstehen könnte. Die BGZ (Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung) plant hier im hochwassergefährdeten Weserbogen bei Würgassen den Bau eines zentralen Atommüllzwischenlagers für radioaktive Abfälle aus ganz Deutschland. Ein Atommüllzwischenlager in einem hochwassergefährdeten Gebiet? Keine gute Idee. Das Weserbergland und die Weserregion bis zur Nordsee sitzen sprichwörtlich mit im Boot.

Risiko für Flut steigt durch Klimawandel

Auf die Hochwassergefahr ging der Geologe und Sachverständige Dr. Claus Schubert aus Hofgeismar bei der Pressekonferenz ein. Die Gefahr einer Hochwasserkatastrophe steige durch die Klimaveränderungen. Im letzten Juli im Ahrtal war zu sehen, was passieren kann. Autos, Brücken und ganze Häuser wurden fortgespült. „Keiner weiß, wann das nächste Weserhochwasser kommt. Das Risiko ist immer vorhanden“, sagte Schubert. Durch Bohrungen sei Hochflutlehm nachgewiesen, was beweise, dass das Wesertal seit Jahrtausenden Überschwemmungsgebiet sei.

Protestaktion der Bürgerinitiative an der Weser.
Mit beleuchteten gelben „Atomfässern“ wiesen Edith Götz und Josef Jacobi auf die Hochwassergefahr in Würgassen hin. © BI Lebenswertes Bördeland & Diemeltal

Salzablagerungen im Untergrund

Zu einem Auswahlverfahren gehört die geologische Untersuchung des Standortes. Das sei im vorliegenden Standortauswahlverfahren nicht ausreichend geschehen. „Risikofaktoren die gegen den Standort Würgassen sprechen, wurden nicht ausreichend gewürdigt“, betonte Dr. Claus Schubert. Als Beispiel nannte er Salzablagerungen im Untergrund. Bei Ausspülungen kann dies Erdfälle zur Folge haben, wie in unmittelbarer Nähe beim Nassen Wolkenbruch bei Trendelburg. Ein Beleg für Salzablagerungen seien die Salzsalinen bei Bad Karlshafen.

Pressekonfernz der BI am Bootshaus Beverungen
Geologe Dr. Claus Schubert erläuterte die Gefahren von Hochwasser und Erdfällen. © BI Lebenswertes Bördeland & Diemeltal

Expertengutachten stellt Rechtswidrigkeit fest

Auf ein Expertengutachten (Rechtsanwalt Siegfried de Witt, Prof. Dr. Karsten Runge) in dem der BGZ beim Auswahlverfahren Rechtswidrigkeit bescheinigt wird, wies Edith Götz hin. „Die intransparente Standortauswahl genauso wie das Scoring der in die Auswahl einbezogenen Flächen erfolgte unter Ausschluss der Öffentlichkeit der betroffenen Kommunen und ohne Diskurs innerhalb der Fachwelt. Eine unabhängige Datenerhebung sowie die Evaluierung des gesamten Auswahlprozesses fand nicht statt. Die nicht nachvollziehbare Auswahl und Gewichtung der Kriterien wurde nicht ausreichend begründet und keinem öffentlichen und fachlichen Review unterzogen,“ erklärte Edith Götz.

Steigende Verkehrsbelastung

Das geplante Atommüllzwischenlager sorgt auch für eine steigende Verkehrsbelastung in der Region. Neben dem zusätzlichen Güterverkehr auf der eingleisigen Strecke zwischen Ottbergen und Göttingen ist mit zusätzlichen LKW-Verkehr zu rechnen. Besonders auf den Zufahrtsstraßen im Solling oder der B 241 vom Autobahnanschluss Warburg nach Lauenförde. „Das Warburger Land und Borgentreich wären direkt betroffen“, sagte Josef Jacobi vom Vorstand der in Borgentreich ansässigen BI. So sei auch das „Nadelöhr“ Dalhausen eine besondere Gefahrenstelle.

Amazon würde hier nie bauen

Dr. Frank Woesthoff (NABU-Bundeskurator) betonte die Transparenz und Sorgfalt, mit der ein Standortauswahlverfahren durchgeführt werden muss. Wichtige Kriterien seien hier einfach beiseite gewischt worden. „Kein Amazon oder Logistiker würde auf die Idee kommen, hier ein Logistikzentrum hinzubauen. Kilometerweit entfernt vom nächsten Autobahnanschluss.“

Hoffen auf die neue Bundesregierung

Die Bürgerinitiative setzt nun auf die Politik. „Wir hoffen, dass mit der neuen Bundesregierung Bewegung in die Sache kommt“, unterstrich Hubertus Hartmann. Dies ist bei den Ländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bereits der Fall. Ob ein Atommüllager im Wesertal notwendig ist, wollen die beiden Länder jetzt mit einem neuen Gutachten klären. Entsprechende Pläne wurden gerade bekannt gegeben.

Gelbe Fässer treiben in der Weser. Der Arbeitskreis „Würgassen“ der BI Lebenswertes Bördeland & Diemeltal, wies auf die Gefahr durch Hochwasser für das Atommüllzwischenlager Würgassen hin. © BI Lebenswertes Bördeland & Diemeltal

Fotogalerie Aktion Würgassen