Kategorie: Aktivitäten

Hochwasser bedroht geplantes Atommülllager Würgassen

Würgassen/Beverungen. Mit einer Protestaktion hat die Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland & Diemeltal auf die Gefahr von Hochwasser für das geplante Atommüllzwischenlager Würgassen hingewiesen. 40 beleuchte gelbe „Atommüllfässer“ wurden dazu am Bootshaus Beverungen in die Weser gelassen. Auf der Pressekonferenz erläuterten Mitglieder der BI ihre Bedenken am intransparenten Standortauswahlverfahren. Gutachter halten es für rechtswidrig.

Zentrales Atommüllzwischenlager für ganz Deutschland

Das Wasser spritzt und wieder landet ein mit Stein und Lichterkette gefülltes „Atommüllfass“ in der Weser. An langen Schnüren treiben 40 Behälter im Wasser. Heinrich Wenisch von der Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland & Diemeltal hatte die Idee zu dieser Aktion. Sie soll die Gefahr einer Hochwasserflut im Dreiländereck verdeutlichen. Und die Gefahr, die durch ein geplantes Atommüllzwischenlager entstehen könnte. Die BGZ (Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung) plant hier im hochwassergefährdeten Weserbogen bei Würgassen den Bau eines zentralen Atommüllzwischenlagers für radioaktive Abfälle aus ganz Deutschland. Ein Atommüllzwischenlager in einem hochwassergefährdeten Gebiet? Keine gute Idee. Das Weserbergland und die Weserregion bis zur Nordsee sitzen sprichwörtlich mit im Boot.

Risiko für Flut steigt durch Klimawandel

Auf die Hochwassergefahr ging der Geologe und Sachverständige Dr. Claus Schubert aus Hofgeismar bei der Pressekonferenz ein. Die Gefahr einer Hochwasserkatastrophe steige durch die Klimaveränderungen. Im letzten Juli im Ahrtal war zu sehen, was passieren kann. Autos, Brücken und ganze Häuser wurden fortgespült. „Keiner weiß, wann das nächste Weserhochwasser kommt. Das Risiko ist immer vorhanden“, sagte Schubert. Durch Bohrungen sei Hochflutlehm nachgewiesen, was beweise, dass das Wesertal seit Jahrtausenden Überschwemmungsgebiet sei.

Protestaktion der Bürgerinitiative an der Weser.
Mit beleuchteten gelben „Atomfässern“ wiesen Edith Götz und Josef Jacobi auf die Hochwassergefahr in Würgassen hin. © BI Lebenswertes Bördeland & Diemeltal

Salzablagerungen im Untergrund

Zu einem Auswahlverfahren gehört die geologische Untersuchung des Standortes. Das sei im vorliegenden Standortauswahlverfahren nicht ausreichend geschehen. „Risikofaktoren die gegen den Standort Würgassen sprechen, wurden nicht ausreichend gewürdigt“, betonte Dr. Claus Schubert. Als Beispiel nannte er Salzablagerungen im Untergrund. Bei Ausspülungen kann dies Erdfälle zur Folge haben, wie in unmittelbarer Nähe beim Nassen Wolkenbruch bei Trendelburg. Ein Beleg für Salzablagerungen seien die Salzsalinen bei Bad Karlshafen.

Pressekonfernz der BI am Bootshaus Beverungen
Geologe Dr. Claus Schubert erläuterte die Gefahren von Hochwasser und Erdfällen. © BI Lebenswertes Bördeland & Diemeltal

Expertengutachten stellt Rechtswidrigkeit fest

Auf ein Expertengutachten (Rechtsanwalt Siegfried de Witt, Prof. Dr. Karsten Runge) in dem der BGZ beim Auswahlverfahren Rechtswidrigkeit bescheinigt wird, wies Edith Götz hin. „Die intransparente Standortauswahl genauso wie das Scoring der in die Auswahl einbezogenen Flächen erfolgte unter Ausschluss der Öffentlichkeit der betroffenen Kommunen und ohne Diskurs innerhalb der Fachwelt. Eine unabhängige Datenerhebung sowie die Evaluierung des gesamten Auswahlprozesses fand nicht statt. Die nicht nachvollziehbare Auswahl und Gewichtung der Kriterien wurde nicht ausreichend begründet und keinem öffentlichen und fachlichen Review unterzogen,“ erklärte Edith Götz.

Steigende Verkehrsbelastung

Das geplante Atommüllzwischenlager sorgt auch für eine steigende Verkehrsbelastung in der Region. Neben dem zusätzlichen Güterverkehr auf der eingleisigen Strecke zwischen Ottbergen und Göttingen ist mit zusätzlichen LKW-Verkehr zu rechnen. Besonders auf den Zufahrtsstraßen im Solling oder der B 241 vom Autobahnanschluss Warburg nach Lauenförde. „Das Warburger Land und Borgentreich wären direkt betroffen“, sagte Josef Jacobi vom Vorstand der in Borgentreich ansässigen BI. So sei auch das „Nadelöhr“ Dalhausen eine besondere Gefahrenstelle.

Amazon würde hier nie bauen

Dr. Frank Woesthoff (NABU-Bundeskurator) betonte die Transparenz und Sorgfalt, mit der ein Standortauswahlverfahren durchgeführt werden muss. Wichtige Kriterien seien hier einfach beiseite gewischt worden. „Kein Amazon oder Logistiker würde auf die Idee kommen, hier ein Logistikzentrum hinzubauen. Kilometerweit entfernt vom nächsten Autobahnanschluss.“

Hoffen auf die neue Bundesregierung

Die Bürgerinitiative setzt nun auf die Politik. „Wir hoffen, dass mit der neuen Bundesregierung Bewegung in die Sache kommt“, unterstrich Hubertus Hartmann. Dies ist bei den Ländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bereits der Fall. Ob ein Atommüllager im Wesertal notwendig ist, wollen die beiden Länder jetzt mit einem neuen Gutachten klären. Entsprechende Pläne wurden gerade bekannt gegeben.

Gelbe Fässer treiben in der Weser. Der Arbeitskreis „Würgassen“ der BI Lebenswertes Bördeland & Diemeltal, wies auf die Gefahr durch Hochwasser für das Atommüllzwischenlager Würgassen hin. © BI Lebenswertes Bördeland & Diemeltal

Fotogalerie Aktion Würgassen

„Wir schaffen die versprochene grüne Wiese“

Symbolisch wird eine grüne Wiese auf dem Gelände des ehemaligen AKWs eingesät.

Mitte Juni trafen sich etliche Bauern und weitere Bürgerinnen und Bürger vor dem ehemaligen Atomkraftwerk Würgassen und säten in einer Aktion Rasen ein.
Der Arbeitskreis Würgassen der BI Lebenswertes Bördeland und Diemeltal will mit dieser Einsaataktion genau das einfordern, was den Bürgerinnen und Bürgern im Dreiländereck sowohl mündlich als auch schriftlich immer wieder in Bezug auf den Atomstandort Würgassen versprochen wurde!

Hintergrundinfos: Broschüre der E.ON Kernkraft GmbH: „Vom Kernkraftwerk zur grünen Wiese“

Als letzten Rückbauschritt wird in dieser Veröffentlichung der Abbau der Gebäude und die Rekultivierung des Geländes beschrieben. Die BI Lebenswertes Bördeland und Diemeltal fordert gemeinsam mit allen Einwohnern unseres Dreiländerecks:

  • Die Planungen zur Errichtung des Zwischenlagers „Würgassen“ müssen sofort gestoppt werden. Der Umgang mit der Lagerung und des Transports von radioaktiven Stoffen gehören auf „Null“ gesetzt. Die Planung muss transparent und partizipativ neu begonnen werden.
  • Gerade die neuesten Entwicklungen am geplanten Endlagerstandort in Salzgitter zeigen auf, welche Gefahr ein mögliches Atomzwischenlager Würgassen für unsere Heimat bedeutet. Ist Würgassen erst genehmigt und der „Schacht Konrad“ als mögliches Endlager aus dem Rennen, ist es nur wahrscheinlich, dass die in Würgassen errichtete (125 m breite / 350 m lange und 16 m hohe) Lagerhalle ein Bundesendlager für schwach- und mittelradioaktiven Müll wird.
  • Würgassen soll rekultiviert werden. Mehr als 20 Jahre haben wir mit dem Atomkraftwerk Würgassen leben müssen. Diese Region hat sich nach der Abschaltung des Atomreaktors einen Namen als Naherholungs- und Feriengebiet aufgebaut. Wir wollen in Zukunft positive Schlagzeilen liefern. „Die Rekultivierung beginnt heute……………..“

Weitere Infos:

Zeitungsartikel im Täglichen Anzeiger zur Rollrasen-Demo

Zeitungsartikel in der Neuen Westfälischen zur Rollrasen-Demo

In dieser Broschüre wurde der Rückbau des AKWs und die „Grüne Wiese“ versprochen.

BI und Regionalbewegung unterstützen Volksinitiative Artenvielfalt NRW

Die Volksinitiative Artenvielfalt NRW geht in den Endspurt. Die Zeit, um Unterschriften gegen den Artenschwund zu sammeln, ist nun fast vorüber! Die Volksinitiative Artenvielfalt NRW startete im Juli vergangenen Jahres und sammelt bis zum 1. Juni 2021 unsere Stimmen. Der Landesverband der Regionalbewegung NRW und die BI sind mit der gemeinsamen Geschäftsstelle in Borgentreich unter den zahlreichen Bündnispartnern dieses Projekts. Damit der Landtag NRW dazu gezwungen ist, über das Artensterben und entsprechende Maßnahmen zu beraten, müssen in NRW 66.000 Unterschriften zusammengetragen werden. Wer wahlberechtigt ist und seinen Hauptwohnsitz in NRW hat, konnte die Volksinitiative unterstützen.

Die Regionalbewegung NRW und die Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal haben am Mittwoch, den 26. Mai 2021, auf dem Altstadt-Marktplatz in Warburg die letzten Unterschriften gesammelt.

Mit dem Ziel, greifende Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität zu erwirken, organisieren die NRW-Landesverbände des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU) und des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) die Volksinitiative Artenvielfalt NRW.
Unter dem Motto „Insekten retten – Artenschwund stoppen“ legen die Verbände in acht zentralen Handlungsfeldern konkrete Handlungsvorschläge zum Stopp des Artenschwundes und zur Förderung der biologischen Vielfalt in NRW vor. Gefordert werden unter anderem eine Absenkung des Flächenverbrauchs und langfristig ein Stopp von Flächenversiegelung. Um Arten zu schützen, soll ein Biotopverbund geschaffen werden, der etwa ein Fünftel der Landfläche NRWs umfasst. Zusätzlich soll ein stärkerer Fokus auf die Förderung naturverträglicher Landwirtschaft gesetzt werden. Weitere Informationen zum Inhalt der Initiative finden Sie hier: www.artenvielfalt-nrw.de/
Zur Halbzeit zog die Volksinitiative Artenvielfalt NRW eine positive Bilanz: Mehr als 70.000 Unterschriften wurden trotz großer Beschränkungen durch die Corona-Pandemie bereits gesammelt. Die BI und die Regionalbewegung NRW freuen sich, einige Stimmen aus dem Kreis Höxter beisteuern zu können und bedanken sich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern!

Pflanzenbörse online

In diesem Jahr können leider wieder keine Pflanzenflohmärkte stattfinden. Für Hobbygärtner bietet die Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal (BI) ihre Homepage als Plattform für Tauschangebote an. Wer Pflanzen im Angebot hat oder auf der Suche für seinen Garten ist, ist herzlich eingeladen mitzumachen.

Pflanzenflohmärkte sind ein beliebter Treffpunkt bei Gartenfreunden, um Jungpflanzen, Stauden, Zwiebeln und mehr zu tauschen und (ver-)kaufen. Aufgrund der aktuellen Bestimmungen konnten und können diese allerdings wieder nicht auf traditionellem Wege stattfinden und nun warten viele vorgezogene Pflanzen auf andere Möglichkeiten neue Besitzer zu finden.

In der „Pflanzenbörse“ der BI können private Anbieter ohne gewerbliches Interesse ihre Pflanzen anbieten. Hobbygärtner können sich für die Eintragung ihres Angebots einfach per E-Mail unter info@bi-boerdeland oder telefonisch unter 05643-949870 an die BI wenden. Alle, die noch Ergänzungen für ihre Gärten suchen, sind eingeladen auf der Pflanzenbörse vorbeizuschauen und Kontakt mit den Anbieterinnen aufzunehmen.

BI Lebenswertes Bördeland und Diemeltal e.V. zum Antrittsbesuch im Landratsamt

Ende April besuchte die Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal e.V. den Höxteraner Landrat Michael Stickeln. Die für ein zentrales Bereitstellungslager Würgassen unüberwindbaren geologischen Risiken waren das zentrale Thema beim Besuch.

Wie der Geologe Dr. Claus Schubert aus Trendelburg ausführte, fehlt es dem geologischen Gutachten, welches die BGZ vorgelegt hat, am nötigen Tiefgang. Die Aussagen
darin basieren überwiegend auf Annahmen und Schätzungen. Darüber könne auch
die scheinbar hohe Anzahl an Bohrungen nicht hinwegtäuschen, so der Experte. Sie seien weder tief genug noch wirklich flächenhaft. Außerdem würden klare Angaben zu Weserhoch- und Grundwasserständen, Torflinsen oder Weseraltarmen fehlen. Eine multimethodische Diskussion anhand offizieller Karten oder Archivdaten fehle ebenso. Letztendlich, so sein Resümee, ergäbe die Beurteilung des bisherigen geologischen Sachstands eine nüchterne Bilanz, nicht zuletzt, weil die Grundsätze der Anforderungen an Baugrundgutachten aus den einschlägigen DIN nahezu unberücksichtigt blieben.

Landrat Stickeln bedankte sich beim Arbeitskreis Würgassen der BI für deren Einsatz und die bisher geleistete Arbeit und betonte die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements für demokratische Entscheidungsprozesse. „Und wir freuen uns, die Gelegenheit erhalten zu haben, hier auf die eklatanten Mängel bei der Auswahl und der Begründung des geplanten ZBL-Standorts Würgassen hinzuweisen“, so die Vertreter des Vereins. Das Vorstandsmitglied Josef Jacobi betonte, dass die BI ihre Arbeit natürlich nicht nur auf das Diemeltal beschränke, sondern sich auch für den Schutz des Wesertals verantwortliche fühle.

BI-Arbeitskreis weist Kritik zurück

Der Arbeitskreises Würgassen (AK) der BI Lebenswertes Bördeland und Diemeltal e.V. reagiert auf die Antwort der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) auf ihre geologische Stellungnahme. In der Diskussion um das Atommüllzwischenlager Würgassen bewertet er die Erwiderung als „hastig, schwach und dünnhäutig“.

BGZ reagiert nicht auf Argumente

Im Auftrag der Lagergegner hat der promovierte Geologe Claus Schubert aus Trendelburg das Gutachten untersucht, das die BGZ herausgegeben hat. Nach Rücksprache mit dem geologischen Berater ist klar: die hastige Erwiderung der BGZ ist nicht geeignet, die vorgetragenen Argumente der geologischen Risiken, die gegen den Standort sprechen, zu entkräften. Vor allem das leichtfertige Abtun dieser fundierten Stellungnahme weist der AK ausdrücklich zurück. In der Stellungnahme werden zu Recht sehr schwerwiegende geologische Ausschlusskriterien genannt, auf die die BGZ nicht eingeht.

Die dünnhäutige Reaktion der BGZ zeigt, wie sehr die vorgebrachte Kritik ins Schwarze getroffen hat! Ein Indiz dafür ist, dass die Entgegnung der BGZ bereits einen einzigen Tag nach der Veröffentlichung der Pressemitteilung durch den AK eintraf. Die große Eile offenbart, dass schnellstmöglich mit heißer Nadel ein weiteres Fehlstück in der  löcherigen Argumentationskette oberflächlich zu überspielen und zu stopfen versucht wird. Das Vorgehen reiht sich allerdings nahtlos in die zweifelhafte Qualität und fachliche Tiefe des bisherigen Vorgehens ein.

Eine ausführliche Erwiderung, in der der Arbeitskreis im Einzelnen auf die Entgegnung der BGZ eingeht, folgt in Kürze.

Wachsender Widerstand

Der Arbeitskreis der BI bekommt weitere Unterstützung: Mit Pastor Karl-Otto Scholz aus Volpriehausen weitet sich der Widerstand in Richtung Südniedersachsen entlang einer möglichen Haupt-Transportroute aus. Der ehemalige Pressesprecher im Sprengel Hildesheim-Göttingen der EKD ist ein engagierter Mitstreiter im Bunde des Dreiländerecks. Bereits in den vergangenen Monaten hat sich Karl-Otto Scholz maßgeblich um eine gemeinsame Würgassen-Resolution bemüht, die im Dezember in der Kirchenkreissynode Leine-Solling mit großer Mehrheit beschlossen wurde. Scholz möchte sich zukünftig stärker im aktiven Widerstand gegen das geplante Bereitstellungslager einbringen und ergänzt das Team perfekt.

 

Weitere Infos:

Antwort der BGZ auf geologisches Gutachten vom 27.03.2021 (Neue Westfälische)

Antwort der BGZ auf geologisches Gutachten vom 27.03.2021 (Täglicher Anzeiger Holzminden)

BI Lebenswertes Bördeland und Diemeltal gründet neuen Arbeitskreis Würgassen

Nach über 30 Jahren kämpft die BI erneut gegen die Gefährdung unserer Heimat. Damals haben wir eine Giftmülldeponie verhindert, jetzt werden wir das riesige Atommüllzwischenlager in Würgassen verhindern. Die Bürger:innen im Dreiländereck Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen hatten nach dem „Aus“ des Atomkraftwerkes in Würgassen den Versprechungen geglaubt, dass dort eine grüne Wiese entsteht. Jetzt soll dort eine riesige Lagerhalle für Atommüll gebaut werden. Und die vielen dafür nötigen LKW- und Bahntransporte mit Atommüll würden unsere Region täglich zu einem unsicheren Ort machen.

Unsere strukturschwache Region ist gerade dabei, sich ein Standbein im Bereich Tourismus zu erarbeiten. Das riesige Atommüllzwischenlager wäre das sichere Aus dieser Bemühungen. Damit würde unserer Region ein Teil der Existenzgrundlage genommen.
Die Folge wäre: Das Weser-, das Diemeltal und das Bördeland sind im Bann des Atommülls und der vielen Transporte nicht mehr lebenswert; die Besucher:innen meiden unsere Gegend, die Bewohner:innen ziehen weg.

Bürgerinitative „Lebenswertes Bördeland und Diemeltal“ gründet neuen Arbeitskreis

Nach dem Atomkraftwerk fordert man das Schicksal nun ein weiteres Mal heraus, nach dem Motto: es ist schon mal gut gegangen, wir können es ja noch mal versuchen: Es soll eine Halle auf löchrigem Grund gebaut werden. Was passiert mit dem Atommüll in der Halle, wenn Schäden an der Halle auftreten? Unsere Region ist ein Erdfallgebiet. Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Nasse Wolkenbruch bei Trendelburg. Das darf nicht ignoriert und wegdiskutiert werden. Wieso steckt diese Bundesbehörde immenses Geld in eine Planung, die nicht haltbar ist? Wer muss dafür zur Verantwortung gezogen werden? Hat sich diese Behörde von der Politik, von den Bürger:innen verabschiedet und führt ein Eigenleben?

Der Kreis Höxter nennt sich stellvertretend als Beispiel für die anderen Kreise „Kulturregion“ auf der Grundlage, dass sich unser Staat zur Aufgabe gemacht, dass eine besondere Wertschätzung von Kultur Grundlage unseres Staates ist. Die Pandemie hat dies noch einmal besonders deutlich gemacht und ein Hunger nach Kultur nach „Corona“ ist schon jetzt absehbar. Auch dies alles ignoriert die Bundesbehörde.

Wir wollen ein „Lebenswertes Bördeland, Diemel- und Wesertal“. Das soll unsere Zukunft sein. Dafür setzen wir uns ein. Die Einrichtung des neuen Arbeitskreises, mit dem wir dieses Thema weiter in unseren Wirkungskreis tragen wollen, ist ein erster Schritt in diese Richtung.

Weitere Info: Brief an den neu gewählten Vorstand der Initiative Atomfreies 3-Ländereck e.V.

Pflanzenangebot auf dem Warburger Wochenmarkt am 12. und 17. Juni

Als Ersatz für die ausgefallenen Pflanzenflohmärkte in der Region wird es an zwei Tagen auf dem Warburger Wochenmarkt Pflanzenstände von privaten Anbietern geben. Das Gärtnern erfreut sich in diesem Jahr besonderer Beliebtheit und gleichzeitig konnten viele Hobbygärtner ihre vorgezogenen Pflanzen in diesem Jahr nicht auf Pflanzenflohmärkten anbieten. Die BI möchte Abhilfe schaffen.

 Jeweils zwei Stände auf dem Alt- und Neustadtmarktplatz wurden von der Stadt Warburg genehmigt und sollen eine Bereicherung für den Warburger Wochenmarkt sein. Private Anbieter, die ihre Pflanzen auf Pflanzenflohmärkten in der Region angeboten hätten, finden so eine alternative Absatzmöglichkeit. Am Freitag, den 12. Juni wird es ein Pflanzenangebot auf dem Neustadtmarkt geben, am Mittwoch, den 17. Juni auf dem Altstadtmarkt. Im Angebot haben die Aussteller eine Vielzahl an Gartenstauden, auf dem Altstadtmarkt wird es auch Kürbis- und Erdbeerpflanzen sowie regionales Saatgut für Blühflächen geben.

„Wir hoffen, dass durch das zusätzliche Angebot noch mehr Besucher auf den Wochenmarkt gelockt werden. Die Warburger Wochenmärkte sind zwar klein, haben aber eine breite Produktpalette. Durch das Pflanzenangebot wird sie an den beiden festgelegten Tagen nun noch erweitert und auf die ausgefallenen Pflanzenflohmärkte reagiert“, so Julia Brossok, Mitarbeiterin der BI, die die Aktion koordiniert.

Gartenfreunde aus der Region haben so die Möglichkeit, am 12. und 17. Juni ein bisschen Pflanzenflohmarkt-Luft zu schnuppern und letzte Lücken in der diesjährigen Gartengestaltung zu füllen.

Für Gartenfreunde: Online-Pflanzentauschbörse

Der Pflanzenflohmarkt am Steinernen Haus, der am letzten Samstag im April stattgefunden hätte, musste leider abgesagt werden. Trotzdem möchte die BI die Möglichkeit bieten, möglicherweise vorgezogene Jungpflanzen, Zwiebeln, Stauden etc. anderen Hobbygärtnern anzubieten.

Die Nahversorger-Liste soll deshalb nun um eine Rubrik erweitert werden: In der „Pflanzentauschbörse“ können private Anbieter ohne gewerbliches Interesse ihre Pflanzen zum Tausch anbieten.

Hier finden Sie die Liste mit der Kategorie Pflanzentauschbörse.

Übrigens: Auch Borgentreicher Betriebe, die wieder geöffnet haben oder die Liefer- oder Abholservices anbieten und noch nicht auf der Liste stehen, können weiterhin ihre Angebote eintragen lassen.

Bei Interesse an einem Eintrag oder Fragen melden Sie sich gerne unter info@bi-boerdeland.de oder 05643-949271!

Nahversorgung in Borgentreich in Zeiten der Corona-Krise

In der aktuellen Situation stehen viele Menschen vor neuen Herausforderungen. Geschäfte mussten schließen und man fragt sich: wo bekomme ich denn jetzt noch was? Dabei besinnen sich viele zurück auf die Läden vor Ort, sie wollen regionaler einkaufen!

Mit der Stärkung regionaler, heimischer Produzenten, Händler, Direktvermarkter und Dienstleister tragen wir viel zu einem positiven Ausgang der Corona-Krise bei. Die

Liste der Nahversorger in Borgentreich und Umgebung

ist ein kleiner Beitrag der BI für eine Vernetzung zwischen den Gewerbetreibenden und den Verbrauchern in Borgentreich. Wer kann aktuell für andere einkaufen gehen, oder etwas aus der Apotheke abholen? Wo kann regionales Obst und Gemüse oder Fleisch und Milchprodukte eingekauft werden, wenn man möglichst wenig mit anderen Menschen in Kontakt kommen und deshalb nicht in den Supermarkt gehen möchte? In der Liste der Nahversorger sind einige Angebote aufgeführt – manche Geschäfte bieten sogar einen Lieferservice bis vor die Haustür an.

Corona-Krise und regionale Wirtschaftskreisläufe

Die Erkenntnis über die Vergänglichkeit unserer modernen Welt führt zu einer immer stärkeren Auseinandersetzung der Menschen mit den regionalen Angeboten. Gewerbetreibende in allen Bereichen der Nahversorgung setzen sich daran neue Absatzwege zu schaffen, damit sie gerade jetzt nicht durch große Internethandelsplattformen ersetzt werden. Es liegt an uns, das Beste daraus zu machen, denn Krise ist gleichbedeutend mit einem Wendepunkt in einer schwierigen Situation. Der Ausgang ist jedoch nicht vorbestimmt und liegt ganz in unserer Hand.

Lesen Sie mehr dazu auch in unserer Pressemitteilung: Die Corona-Krise rückt regionale Wirtschaftskreisläufe in den Fokus